Inspirierende Frauen & Feminismus: Die besten Dokus, Bücher und Podcasts

Wenn ich in Interviews nach meinen Vorbildern gefragt werde, fällt mir oft nicht sofort eine Liste ein und später denke ich dann – WOW – es gibt so viele tolle female identifying people, die ich über alles bewundere und verehre.

Hier eine Liste, die stetig ergänzt werden wird…

Bücher/ Autorinnen:

Hier eine Übersicht an Büchern, die ich gelesen habe und somit empfehlen kann.

Bücher, die hier fehlen (auch von genannten Autorinnen) habe ich einfach noch nicht gelesen.

Margarete Stokowski:

Untenrum Frei

Die letzten Tage des Patriarchats (Sammlung von Kolumnentexten)

Sie ist in meinen Augen eine der relevantesten zeitgenössischen Autorinnen und Feministinnen Deutschlands. Mit scharfem Blick deckt Stokowski Missstände und patriarchale Strukturen auf und schafft es gleichzeitig noch sich Humor zu bewahren. Egal ob in ihrem autobiografischen Werk „Untenrum Frei“, ihrer Kolumnensammlung „Die letzten Tage des Patriarchats“ bzw. ihrer wöchentlichen Kolumne bei Spiegel Online, als Leserin schwanke ich regelmäßig zwischen Lachen und Weinen und freue mich über augenöffnende Erkenntnisse und/ oder die Freude nicht alleine zu sein. 2018 war ich bei ihrer Buchpräsentation im Heimathafen Neukölln (die übrigens mit 2 Zusatzterminen 3 Tage hintereinander ausverkauft war), die Stokowski Anhänger*innen werden immer mehr und das ist gut so. Pures Empowerment.

Rebecca Solnit:

Wenn Männer mir die Welt erklären

The Storykiller and His Sentence: Rebecca Solnit on Harvey Weinstein

Egal ob in ihrem Bestseller „Wenn Männer mir die Welt erklären“ oder auch im verlinkten Long Read über Harvey Weinstein. Solnit entlarvt schlau und analytisch das Patriarchat und leistet so unbezahlbare Aufklärungsarbeit.

Auf sie geht übrigens der Begriff #mansplaining zurück, wie sie in einer mittlerweile weltberühmten Anekdote erzählt, in der ein alter weißer Mann ihr ihr eigenes Sachbuch (ein New York Times Bestseller) erklärt, weil er natürlich nicht glauben kann, dass diese ihm gegenüber sitzende junge Frau es verfasst hat.

Tragisch und komisch zugleich.

Liv Strömquist:

Der Ursprung der Welt

Der Ursprung der Liebe

I’m every woman

Die Graphic Novels von Strömquist sind einfach nur großartig und sollten zur Pflichtlektüre von Teenagern (und Erwachsenen) jeglichen Geschlechts gehören. In „Der Ursprung der Welt“ geht es um die historischen Hintergrunde der Tabuisierung und Unterdrückung von weiblicher Sexualität, Körper und Lust und deren Folgen.

In “ Der Ursprung der Liebe“ werden romantische Beziehungsmodelle und das Prinzip der Monogamie hinterfragt und auf die Probe gestellt und auch in diesem Kontext gezeigt wie sehr diese Modelle die Kontrolle und Unterdrückung der Frau befördern und begünstigen.

„I’m every woman“ erzählt die Geschichten (toxischer) Beziehungen und berühmten Männern und den Frauen, die in deren Schatten lebten und, oft, daran zugrunde gingen.

Alle ihre Bücher schaffen den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit, Wissensvermittlung und Humor.

Sandra Konrad:

Das beherrschte Geschlecht

Harter Stoff, den ich auf Etappen lesen musste: Sandra Konrad widmet sich der Geschichte der systematischen Unterdrückung und Kontrolle der weiblichen Sexualität über Jahrhunderte. Gleichzeitig untersucht sie den Status Quo und befragt Frauen heute zu ihrem Liebesleben, ihrer sexuellen Selbstwahrnehmung und ihrer Lust. Traurige Erkenntnis: Die meisten Frauen sind noch lange nicht völlig sexuell frei, sondern bewegen sich in einem festgesetzten Rahmen (patriarchal geprägter) gesellschaftlicher Erwartungen, die vom „Male Gaze“ bestimmt werden und performen/ gefallen/ optimieren was das Zeug hält. Nur wer das durchschaut kann wirklich frei sein.

Mithu M. Sanyal:

Vergewaltigung

Mithu Sanyal zeigt in ihrem Buch „Vergewaltigung“, warum wir zu jahrhundertalten Geschlechterstereotypen neigen, wenn wir über sexualisierte Gewalt sprechen – sie bringt Aufklärung in einen irrationalen Diskurs.

 Zu diesem Thema herrschen noch immer dieselben Klischees, Irrtümer und Vorurteile wie in den Fünfziger Jahren: die Vorstellung einer verletzten Ehre des Opfers etwa, dass Opfer die Täter unwillentlich zu ihrer Tat verleiteten oder dass ausschließlich Mädchen und Frauen Opfer von sexuellen Gewaltverbrechen werden können. 

Auch harter Stoff, aber absolut lesenswert.

Schon lange auf meiner To-Read Liste auch ihr Buch:

Vulva – die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts

Carolin Emcke:

Wie wir begehren

Gegen den Hass

Ich bin Fan. Höchst intelligent und analytisch geht Carolin Emcke unserer Gesellschaft an den Kragen. Und schreibt „Gegen den Hass“ an. In ihrem Buch „Wie wir begehren“ beleuchtet sie anhand ihrer eigenen Kindheit und Jugend im Deutschland der 1970er und 1980er Jahre ihr sexuelles Erwachen bzw. ergründet weshalb sie erst in ihren 20ern ihr Outing als lesbische Frau erfuhr. Es geht um fehlende Rollenbilder und Tabuisierung von sexueller Diversität innerhalb unserer Gesellschaft aber auch um Mobbing. Auch ich habe beim Lesen viele Erkenntnisse über meine eigene sexuelle Prägung und Sozialisierung machen können. Äußerst erkenntnisreich!

Theresa Lachner:

Lvstprinzip

Theresa ist nicht nur eine gute Freundin (wir haben uns bei gemeinsamen Podcast-Aufnahmen 2017 kennengelernt), sondern auch eine der wichtigsten Autorinnen/ Bloggerinnen im deutschsprachigen Raum wenn es um das Thema Sexualität und sex positivity geht. Ihr autobiografisches Buch Lvstprinzip ist ein Manifest an die sexuelle, körperliche und seelische Selbstbestimmung. Mutig und ermutigend. Und ich komme auch drin vor (stolz).

Auf dem gleichnamigen Blog sind diese meine beiden all time favorite Artikel:

DU HAST ABER DOCH SO EIN HÜBSCHES GESICHT (über body positivity)

ABER OHNE IST DOCH VIEL SCHÖNER (über Männer, die Kondome verweigern)

Bianca Jankovska:

Das Millennial Manifest

Auch Bianca ist eine Freundin und Kollegin, die ich ungemein schätze. Als „Groschenphilosophin“ schreibt und bloggt sie schonungslos kritisch und offen wie kaum jemand den oder die ich kenne. Auf englisch nennt man das „unapologethic“ und Bianca ist die erste, die mir dann direkt erklärt warum es problematisch ist Frauen mit solchen Attributen zu belegen. Mein Lieblingskapitel in ihrem Buch dreht sich um das Phänomen der „starken Frauen“ und warum wir endlich damit aufhören müssen oder hat schon jemals jemand von starken/ „Power“-Männer gesprochen. Listen and learn. Ihr Roman „Das Millennial Manifest“ ist eine provokante, wortgewandte Abrechnung mit der Gesellschaft, sie wettert gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse, ignorante Gleichaltrige und überhaupt, das menschliche Dasein als solches.

Ihr könnt Biancas unabhängige Arbeit und ihren Podcast über Steady unterstützen.

Kübra Gümüşay:

Sprache und Sein

Ich lernte Kübras Arbeit durch ihren  Talk auf der Re:publica Konferenz 2016 kennen in dem sie über organisierte Liebe sprach, dazu gibt es auch eine englische TedTalk Version #organizedlove. Ihr 2020 erschienenes Buch „Sprache und Sein“ beschäftigt sich mit der Macht und dem Einfluss der Sprache, die wir benutzen und mit der wir leben. In diesem Zusammenhang auch mit den Grenzen und Einschränkungen, die Sprache mit sich bringen kann, mit Unterdrückung von Muttersprachen, Diskriminierungen von Sprachen oder Gender (Non) Representation durch Sprache. Ich bin noch mittendrin aber ich liebe es schon jetzt. 

Teresa Bücker:

Teresa ist neben Margarete Stokoswski meines Erachtens eine der wichtigsten und einflussreichsten feministischen Autorinnen bzw. Journalistinnen. In ihrer Kolumne „Freie Radikale“ für das SZ Magazin provoziert sie mit Kalkül um gesellschaftliches Umdenken herbeizuführen, egal ob es um die Verteilung von Care-Arbeit geht oder darum, ob es radikal sei Jungs beizubringen nicht zu vergewaltigen. Großartig ist auch Teresas Vortrag „Über eine feministische Zukunft“ den man sich auf YouTube ansehen kann.

Podcasts:

The Conversation with Amanda de Cadenet (Englisch)

Amanda de Cadenet, die auch als Fotografin und Moderatorin/ Schauspielerin arbeitet ist seit 2011 als feministische Aktivistin tätig und startete das Format „The Conversation“ zunächst auf YouTube, mittlerweile gibt es die Podcast Version auf Spotify. Sie selbst geht offen mit ihren eigenen Erfahrungen um, sei es Bodyshaming, Essstörungen, sexualisierte Gewalt, Mobbing. Und genauso offen spricht sie auch mit ihren prominenten weiblichen Gästen über diese Themen, u.a. Jameela Jamil (großartige Aktivistin und Schauspielerin, der ihr unbedingt folgen solltet), Amber Heard, Erika Lust, Sophia Bush, Alyssa Milano…

Bezeichnend übrigens, dass auf de Cadenets deutscher Wikipedia Seite NICHTS zu ihrer aktivistischen Arbeit zu finden ist!

Stuff Mom Never Told You (Englisch)

Pflichtprogramm: Hier habe ich so viel gelernt in den letzten Jahren, denn der professionell produzierte Podcast enthält genau das, was der Titel verspricht: Das Wissen, das euch eure Mutter nicht beigebracht hat. Fundiert journalistisch recherchierte Beiträge über verschiedenste Herausforderungen mit denen Frauen heutzutage und historisch konfrontiert sind und waren.Gepaart mit schlauen, strategischen Lösungsansätzen für Alltagssituationen, Karriere, Beruf und Aktivismus.

The Bechdel Cast (Englisch)

Der Bechdel Test ist ein nicht-wissenschaftlicher Test um Stereotypisierungen weiblicher Figuren in Spielfilmen wahrzunehmen und zu beurteilen.

Der Bechdel-Test besteht aus drei einfachen Fragen. Werden sie positiv beantwortet, hat der Film den Test bestanden.

  • Gibt es mindestens zwei Frauenrollen?
  • Sprechen sie miteinander?
  • Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?

In jüngeren Varianten des Tests wird zusätzlich gefragt, ob die beiden Frauen im Film einen Namen haben.

In diesem Podcast (auf Englisch) werden bekannte Spielfilme diesem Test unterzogen. Und wir lernen viel über den Status Quo, unsere eigene Sozialisierung und die miese Repräsentanz von Frauen in der Unterhaltungsbranche.

Überall wo es Podcasts gibt.

The Dead Ladies Show (Englisch)

Eigentlich eine Live Show, die in regelmäßigen Abständen in Berlin stattfindet, hier in Podcastform widmet sich berits verstorbenen großartigen Frauen, die oft zu Lebzeiten nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit erfahren haben.

Überall wo es Podcasts gibt.

große Töchter 

Der feministische Podcast für Österreich greift aktuelle gesellschaftsrelevante Themen auf und achtet dabei besonders auf Diversität, Inklusion und Themenvielfalt. Auch für Nicht-Österreicher*innen geeignet.

Ihr könnt den Podcast über Steady unterstützen.

Jeannes Heldinnen

JEANNES HELDINNEN ist der erste Podcast in Österreich, der sich ausschließlich Frauen in und aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum widmet. Konkret handelt es sich um junge starke Frauen, von der Köchin über die Wissenschaftlerin, Sängerin, Journalistin, Puppenspielerin, Bloggerin bis zur Politikerin. Erfolgreiche Frauen, die über das, was sie machen, über ihre Träume, Visionen, Unstimmigkeiten, Zweifel und ihren ganz persönlichen Weg erzählen. Ich bin eine davon und kann ihn auch als regelmäßige Hörerin wärmstens empfehlen.

Überall wo es Podcasts gibt.

One From The Vaults (Englisch)

One From the Vaults ist ein Trans History Podcast by Morgan M Page, der die Lebenslinien von Trans Menschen in den letzten Jahrhunderten nachzeichnet, die im Mainstream gerne in Vergessenheit geraten.

Überall wo es Podcasts gibt.

Dokus über Feminismus und Frauen:

Female Pleasure

# FEMALE PLEASURE ist ein Plädoyer für die Befreiung der weiblichen Sexualität im 21. Jahrhundert. Jahrtausende alte, patriarchale Strukturen werden dabei ebenso in Frage gestellt wie die alltäglich gewordene Pornokultur. Der Film begleitet fünf ausserordentliche Frauen rund um den Globus, offenbart universelle Zusammenhänge und zeigt den erfolgreichen Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und für ein gleichberechtigtes, lustvolles Verhältnis zwischen den Geschlechtern.

Leider habe ich auf der Webseite keine Info gefunden wo man den Film in Deutschland aktuell kaufen/ leihen kann, hoffe aber, dass er bald verfügbar sein wird.

Seeing Allred

Über die Anwältin und Aktivistin Gloria Allred, die selbst in fortgeschrittenem Alter immer noch speziell gegen sexuelle und sexualisierte Gewalt kämpft. Sie vertrat u.a. die Opfer in der Klage gegen Bill Cosby.

(auf Netflix verfügbar)

Miss Representation

Eine Augen öffnende Dokumentation über die (Unter-/ Fehl-) Repräsentation von Frauen in der Unterhaltungsindustrie.

Für mich eine essentielle feministische Doku.

(auf Netflix verfügbar)

Feminists, what were they thinking?

Ein retrospektiver Blick auf die Frauenbewegung der 1970er Jahre anhand beeindruckender Porträts der Fotografin Cynthia MacAdams. 40 Jahre später werden Porträtierte befragt und der Zusammenhang zum Status Quo der Frauenbewegung hergestellt. Mit prominenten Frauen wie Jane Fonda, Lily Tomlin, Gloria Steinem.

(auf Netflix verfügbar)

She’s beautiful when she’s angry

Diese Doku beleuchtet mit vielen beeindruckenden Archivaufnahmen die verschiedenen Wellen des feministischen Kampfes bis heute und macht deutlich wieviel unsere Mütter und Großmütter dafür taten, dass Veränderung überhaupt möglich war. Auch wird die Notwendigkeit von intersektionalem Feminismus beleuchtet.

Gab es eine Zeit lang auf Netflix, offenbar nicht mehr verfügbar, aber online über verschiedene Plattformen zu kaufen/ leihen.

 

 

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