Lokale Zutaten für ein nachbarschaftliches Miteinander

Zu Besuch bei den Mercure Local Days

Vor Kurzem war ich als Gast zu den Local Days im Mercure Hotel Berlin City  eingeladen, einem Indoor Kiezmarkt mit den Produkten lokaler Erzeuger*innen.

Der Lobby- und Café-Bereich wurde komplett in einem Marktplatz umgestaltet, auf dem knapp 20 unterschiedliche Anbieter ihre Produkte vorstellten.

Dazu gab es Drinks und Livemusik der Singer/ Songwriterin Georgie Fisher sowie Workshops einiger Produzent*innen in einem separaten Raum.

Markt und Hotel – wie passt das denn eigentlich zusammen?

Diese Frage stellte ich der stellvertretenden Direktorin des Hotels, Johanna Boss.

Sie erklärte mir, dass es ein großes Anliegen der Mercure Hotels sei als fester Bestandteil der Nachbarschaft wahrgenommen zu werden und dass ein gutes Miteinander mit den Anwohner*innen von elementarer Bedeutung sei. Events wie die Local Days sollen die Hemmschwelle abbauen abseits der Gäste andere Besucher*innen ins Hotel zu locken. So sei auch die Bar jederzeit für alle zugänglich, z.B. im Rahmen der monatlichen Quiznight, zu der fast nur Nicht-Gäste kämen.

Aber natürlich profitieren auch die Berlin-Besucher*innen von dem Markt und freuen sich lokale Angebote zu entdecken.

Alle Produzent*innen sind aus Berlin und Umgebung, viele bieten zudem Berlin-typische Produkte an wie die traditionell hergestellte Kreuzbär Fassbrause oder der „Scharfe Fritz“ eine spicy Ketchup -Variante dem Saucenkontor. Einige der vertretenen Produkte gibt es auch an nicht-Markttagen im Hotel, sei es am Frühstücksbüfett oder im hauseigenen Souvenir-Shop.

Auch das Thema Nachhaltigkeit wird bei Mercure Hotels großgeschrieben. So werden schon mal ausgediente Gegenstände über das Nachbarschafts-Netzwerk nebenan.de verschenkt

Gebrauchte Gegenstände werden über nebenan.de verschenkt und an der Bar gibt es nur noch wiederverwendbare  Glasstrohhalme.

Darüber hinaus arbeitet das Mercure Hotel Berlin City mit Too Good To Go zusammen, der App gegen Lebensmittelverschwendung. 5 Minuten vor bis 10 Minuten nach dem Ende des Frühstücksbüffets kann man sich Boxen für 3,90 € füllen. Zudem legt das Küchenteam großen Wert auf die Verwertung möglichst aller Lebensmittel.

Zudem haben die Mercure Hotels auch das sogenannten Planet 21 Programm für mehr Nachhaltigkeit eingeführt, Namensgeber ist die Agenda 21, das im Jahr 1992 in Rio unterzeichnete Zielprogramm, das die dringlichen Anliegen des 21. Jahrhunderts adressiert: Um die Menschheit und die Ökosysteme der Welt erhalten zu können, müssen Produktions- und Verbrauchsmethoden verändert werden. Planet 21 enthält 21 Maßnahmen und die gleiche Anzahl an definierten Zielen, darunter fallen die Verwendung von Produkten mit Ökolabel in 85 Prozent der Hotels sowie die Senkung des Wasser- und Energieverbrauchs um 15 Prozent.

Ganz praktisch wird das im Haus umgesetzt mit der Umweltkarte, die Gästen positiven Anreiz schafft ihr Zimmer nicht täglich reinigen und die Handtücher nicht täglich wechseln zu lassen. Im Gegenzug erhalten sie beispielsweise einen Drink an der Bar oder Bonuspunkte, die auf Wunsch auch für das hauseigene Aufforstungsprojekt gespendet werden können.

Zurück zum Markt.

Ich habe dort alte Bekannte getroffen, mit Newcomern geflirtet und mich Hals über Kopf verliebt.

Petite Jungle sind wunderschöne kleine Ökosysteme unter Glaskuppeln, die Aurelie Morgan entweder kauffertig anbietet oder die man sich bei ihren Workshops selbst zusammen stellen kann.

Das Besondere: Die Pflanzen müssen nur dreimal im Jahr gegossen werden und versorgen sich innerhalb der Kuppel selbst. Toll für alle, die viel unterwegs sind und das Blumengießen gerne mal vergessen.

Beim Saucenkontor  gibt es vegane Dips und Soßen in Bioqualität, für mich schon alleine zwei Kaufargumente, aber die lokal produzierten Leckereien schmecken auch super.

Meine Favoriten: Die Kiez-BBQ-Soße und die vegane Remoulade.

OELS 3 Gin ist ein lokal produzierter Gin mit einer besonderen Zutat: Mit selbst importiertem Kalamata Olivenöl wird die Spirituose einem sogenannten fat wash unterzogen, was dafür sorgt, dass die Aromen der Kräuter noch prägnanter heraus zu schmecken sind. Denn wie wir alle wissen, ist Fett ein Geschmacksträger.

An Antialkoholika gab es neben der traditionellen, natürlichen Berliner Fassbrause von Kreuzbär auch die Limonaden von Wostok. Die im farbenfrohen Retro-Design gestalteten Drinks gehen auf ein Rezept aus der Sowjetunion zurück, das der Gründer Joris van Velzen in den 1990er Jahren in Moskau bekam und an seinen und den deutschen Geschmack anpasste.

Bei Try Foods hat man sich dem Thema Lebensmittelwertschätzung und -neugier verschrieben, ein Thema, das mir persönlich auch sehr am Herzen liegt.

Die jeweiligen Sets animieren dazu ein bestimmtes Produkt in verschiedenen Variationen zu probieren und so den Geschmack zu schulen. Salze zum Beispiel oder verschiedene Olivenöl oder Honigsorten. Eignet sich hervorragend als Geschenk!

Mein Highlight war jedoch der Stand der Manufaktur & Hofladen Fröhden.

Dort gab es in Brandenburg auf einem kleinen Hof erzeugte Marmeladen, Siruppe, Kompotte, Essiggurken und Schnäpse. Und die Entstehung dieses kleinen aber feinen Betriebs erklärte Besitzerin Dr. Manulita S. Renke im Workshop: Die Augenärztin, deren Praxis sich auch auf dem Hof befindet, hatte eigentlich nur für das kleine Café und den Hofladen produziert, den sie nebenher betreibt, doch irgendwann nahmen die Erträge des Obst- und Gemüsegartens so überhand, dass sie Überschussware verkaufen wollte. Die komplette Ernte wird durch Verarbeitung haltbar gemacht. Da ihr das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt, wollte sie keinen Onlineshop starten, sondern sucht stattdessen Abnehmer*innen in Berlin, gerne in der Gastronomie.

Natürlich hab es eine enorme Vielfalt an Produkten direkt vor Ort zu kaufen und zu probieren.

Was soll ich sagen, ich habe mir gleich ein paar Muster der mit viel Liebe und Wissen zubereiteten Waren mitgeben lassen und kucke mal ob wir sie bei Isla Coffee ins Menü integrieren können…

„Zum Käperling“, so heißt der Hof, kann man übrigens auch besuchen, alle Infos gibt es auf der Homepage.

Ich muss sagen, dass mich die Idee der Local Days überzeugt hat und bei mir auf jeden Fall dazu beigetragen hat, dass ich mich auch als Nicht-Gast öfters mal in ein (Mercure-)Hotel trauen werde um dort neue, spannende Dinge zu entdecken.

Der nächste Local Day findet übrigens am 18.11.2019 im Mercure Vienna First in Wien statt.

Bei Interesse kann man sich hier in den Newsletter eintragen oder auf Facebook und Instagram folgen.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Mercure Hotels.

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